Pressestimmen        2007

Großen sinfonischen Glanz ausgebreitet
Kronacher Klassik AKADEMIE / Jugendsinfonieorchester begeistert mit Uraufführung

Burkhart M. Schürmann, Dirigent und musikalischer Vater der Kronacher Klassik AKADEMIE, hat am Tag der Deutschen Einheit erneut gezeigt, dass seine Initiative für ein solches Projekt von Erfolg gekrönt ist und vom Jubel mit stehenden Ovationen gewürdigt wird. Seine mitreißende Art des Umgangs mit den jungen Musikerinnen und Musikern der Berufsfachschule für Musik, des Frankenwald-Gymnasiums, der Sing- und Musikschule Kronach und interessierter Schüler aus dem Lichtenfelser und Coburger Land, sowie sein zurückhaltendes und dennoch bestimmtes und konzentriertes Dirigat bringt das Sinfonieorchester und die Ensembles der Kronacher Klassik AKADEMIE immer erneut zu kaum fassbaren Spitzenleistungen.

Dabei haben die ehrenamtlich mitarbeitenden Musikpädagogen der Landkreise natürlich einen wesentlichen Anteil: Konzertmeister Johannes Klumpp, der vor kurzem sein Musikstudium abschloss, und mit Anna Hösl an den zweiten Geigen die beiden Violingruppen hervorragend zusammen fügte; Denise Groschupp als verantwortliche musikalische Leiterin für die Bratschen, Bernhard Krügel für die Celli, Dietmar Engels für Kontrabässe. Bei den Bläsergruppen Danielle Maheux für die Holzbläser, Herbert Graf für das Blech und Günther Peppel für die Percussions und Pauken.

Mit der "Suite Persane (1900)" für zehn Holzbläsern des französischen Impressionisten André Caplet (1878-1925) eröffnete das Bläserensemble das dramaturgisch in einem nicht enden wollenden Crescendo höchst effektiv aufgebaute Konzert. Im "Sharki" bahnt sich ein heiß-feuchter Wind am Persischen Golf in langsamen Harmonie- und Strukturaufbau den Weg von Flöten über die Oboen bis zum strahlenden Zusammenklang der Fagotts und Hörner. Zu einer sinfonischen Dichtung mit dem Wechsel von Spannung und Entspannung, von Griegscher Landschaftsmalerei und tapsiger bis trunkener Szeneschilderung reichen die Erinnerungen an "Nihavend", einer klassisch türkischen Musik, die bis ins 12. Jahrhundert zurück reicht und mit einem heiter exaltierten, orientalisch und exotisch angehauchten Widerstreit von Gefühlen wird man auf ansatzlos klare Weise der Bläser – vor allem der Hörner – mit "Iskia Samaisi" mit weiteren "Bildern einer Ausstellung" und Klangkaskaden verwöhnt.

"Kurz und gut" erklangen hierauf von dem Percussion-Ensemble um Günther Peppel Vibraphon, Xylophon, Marimba, Tambourin und Pauken in dem türkischen Marsch einer Kamelkarawane "Le Tambourin" von Jean Philippe Rameau (1683-1764; bearbeitet von Jacques Deleclus).

Das große Finale lag beim vollen Orchester und einem Einfühlungsvermögen der jungen Künstler, einer technischen Fertigkeit, unglaublichen Geschlossenheit und musikalischer Spielfreude mit der "Schottischen Sinfonie – Sinfonie Nr. 3 a-Moll, op. 56" von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Wie in einem grandiosen musikalischen Guss erklangen die ineinander fließenden Sätze von "Introduction (Andante con moto) – Allegro un poco agitato – Scherzo (Vivace non troppo) – Adagio cantabile – Allegro guerriero – Finale maestoso". Die sanften und wilden Seiten Schottlands wurden in der gemeinsamen, differenziert intonierten und zu größter Macht aufbrausenden Musik professionell vor Augen geführt und mit Mendelssohns Tonsprache fühl- und erlebbar.

Vor diesem abschließenden Erlebnis aber feierte eine – mit Mendelssohns Werk durchaus im Einklang befindliche – Komposition als Highlight des Konzertes Triumphe: Die Uraufführung der "Irischen Fantasie für großes Orchester" des 19-jährigen Bassisten und Komponisten Sebastian Paul Rehnert aus Freiberg in Sachsen, der nach seiner Ausbildung in seiner Heimatstadt seit 2005 die Berufsfachschule in Kronach besucht und das Werk speziell für die diesjährige Besetzung komponiert hat. – Mit einem Anfang wie im letzten Satz der 4. Sinfonie von Tschaikowsky baut Rehnert ein Orchesterwerk – gleichaltrig wie Mendelssohn zur Zeit der "Schottischen" – in Wagnerscher Dimension, eulenspiegelscher Dramaturgie und Bartokscher ostinaten Untertönen der gewaltigen Bläser und Bässe auf, über denen in stets wechselnden Taktarten und damit rhythmisch erregender Spannung die harmonischen Oberstimmen schweben. Ein beeindruckendes Werk zwischen Romantik und starker klassischer Filmmusik, das so gefeiert wurde, dass es – nach Bravorufen und Standing Ovations in der überfüllten Stadtpfarrkirche in Kronach – noch einmal als Zugabe und Ende des Konzertes gespielt werden musste.


Dr. Peter Müller


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Kronacher Klassik AKADEMIE

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