kka_text Pressestimmen        2011

Neue Presse Coburg, 5. Oktober 2011 - Feuilleton

Gala der großen Stimmen
"Viva l'Opera !" wird mit den Sopranistinnen und der Klassik Akademie unter Burkhart M. Schürmanns Leitung zum Erlebnis. Das Publikum feiert die Künstler frenetisch.
von Dr. Peter Müller

Große Oper braucht weder Bühne noch Theater. Um sie sinnlich und hautnah zu erleben, bedarf es nur hervorragender Solistinnen mit großen Stimmen und eines engagierten Orchesters frischer Musiker voller Leidenschaft. All dies erlebten die vielen, vielen Besucher am Montag im sonnen-
durchfluteten Atrium der Maximilian-von-Welsch-Realschule beim Sinfonischen Frühschoppen und beim Abschlusskonzert der Klassik Akademie Kronach mit ihrem ideenreichen und mutigen musi-
kalischen Leiter Burkhart M. Schürmann von der Berufsfachschule für Musik in Oberfranken.
 
Der Schirmherr der Veranstaltung, der Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein, Düsseldorf, Axel Kober, hatte aus der Ferne wohl ein besonderes Gespür für die vier jungen Damen, die das Konzert zu einem besonderen Erlebnis machten. Das Sinfonieorchester der Klassik Akademie stellte sich mächtig, zart gefühlvoll, spannend bedrohlich mit einem großen Finale, das der 9. Sinfonie angenähert ist, mit der Ouvertüre" zur Oper "Fidelio" von Ludwig van Beethoven dem großen erwartungsvollen Publikum vor.
 
Die ebenfalls dem Freiheitsstreben gewidmete Arie "Cruda sorte" aus der literarischen Räuber-
pistole zur Oper "L'Italiana in Algeri" von Gioacchino Rossini sang Geneviève Tschumi angemessen einschmeichelnd bis energisch und im schnellen tänzerischen Teil voller verführerischem Tempera-
ment und schöner Darstellung. Auch die Arie "Una voce poco fa" aus Rossinis "Il Barbiere di Siviglia" dreht sich um den Kontrast von Fügsamkeit, Freiheitsdrang und Aufbegehren. Michaela Schneider präsentierte die Cavatine der Rosina mit großem geschlossenen Stimmbogen, einer raumfüllend und in den Koloraturen sowie vor allem in den Höhen großen tragenden Stimme.
 
Nach den italienischen Gefühlen war Katja Bildt die russische Seele mit der Arie der Olga "Ah, Tanja, Tanja" aus der Oper "Eugen Onegin" von Peter Tschaikowsky in die Stimme und auf den Leib geschrieben. Mit tiefen Gefühlslagen, großer Dramatik und erdverbundener, Gott vertrauender Leidenschaft sang sie ihrer melancholisch klagenden Schwester überzeugend und gerade ins Gewissen.
 
Nach diesem russischen Temperament kam die Oper zurück nach Italien, auch zurück zum Leid der Frauen mit der Arie der Leonora "O mio Fernando" aus Gaetano Donizettis Oper "La Favorita". Diese Verzweiflungsarie verkörperte Eva Schuster mit ausdrucksstarker Stimme und reiner purer Klarheit verzaubernd glaubhaft als Sopranistin und als Person. Zu den Klängen der Harfe von Janina Frankenberger, den Gitarrenklängen der Streicher und den kontrastierend dunklen Tönen der Waldhörner zeigte sie ihre reife schlanke Stimme in allen Lagen und dramatischer Performance.
 
Zum Schluss des ersten Konzertteils intonierten Orchester und Chor, der von der Empore um das Atrium herab sang, den "Chor der Gefangenen" ("Flieg, Gedanke") aus "Nabucco", einen Schlager und Welthit, zu dem erst der Text den müden Giuseppe Verdi angeregt hat. Allein die Aufteilung der Musiker und Sänger war ein Erlebnis. Ein zweites kam hinzu, als die vielen Gäste im voll besetzten Saal in den Chor mit einstimmen durften - Kronacher Fischerchöre mit überraschender Leistung.
 
Im zweiten Teil des Konzertes erlebten die Musikfreunde das ganze Bild einer Oper in den "Suiten 1 & 2" von Georges Bizet zur Oper "Carmen". Wie ein dramatischer Bilderbogen machte Bizets vollständige Fassung für Orchester und Solisten das Geschehen um Don José, Carmen, die Zigeuner und Schmuggler, den verführerischen Torero, das Geschehen von Liebe, Leidenschaft und Tod lebendig. Alle vier Solistinnen traten in den Stimmpartien als Carmen auf und vereinten sich am Ende im "Chanson Bohème" zum großen Finale - mit voller Power des Orchesters.
 
Michaela Schneider, Katja Bildt, Eva Schuster und Geneviève Tschumi wurden zusammen mit dem musikalischen Schöpfer der Veranstaltung, Burkhart M. Schürmann, frenetisch gefeiert.


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Kronacher Klassik AKADEMIE

initiiert vonKRONACH Creativ
in Zusammenarbeit mit
Berufsfachschule für Musik Oberfranken, Sing- und Musikschule im Landkreis Kronach, Maximilian-von-Welsch-Schule Kronach und Frankenwald-Gymnasium

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Schirmherr:
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in memoriam Burghard Fussek (1942-1999)

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